{"id":75,"date":"2017-02-25T22:08:13","date_gmt":"2017-02-25T21:08:13","guid":{"rendered":"http:\/\/nienburger-projekte.de\/?page_id=75"},"modified":"2018-01-16T21:01:39","modified_gmt":"2018-01-16T20:01:39","slug":"die-glockenspielanlage-und-das-turmuhrwerk","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/nienburger-projekte.de\/?page_id=75","title":{"rendered":"Die Glockenspielanlage aus dem Jahr 1928"},"content":{"rendered":"<h4>Aus der Nienburger Zeitung vom Dienstag, dem 03. Juli 1928<\/h4>\n<p>Die Glockenspielanlage besteht aus 2 Hauptteilen, aus dem Turmuhrwerk und dem Glockenspiel selbst. Dieses wird von der Turmuhr mittags 12 Uhr und abends 18 Uhr ausgel\u00f6st.<\/p>\n<div id=\"attachment_76\" style=\"width: 376px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-76\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-76\" src=\"http:\/\/nienburger-projekte.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Das-Turmuhrwerk.jpg\" alt=\"\" width=\"366\" height=\"289\" srcset=\"http:\/\/nienburger-projekte.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Das-Turmuhrwerk.jpg 366w, http:\/\/nienburger-projekte.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Das-Turmuhrwerk-300x237.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><p id=\"caption-attachment-76\" class=\"wp-caption-text\">Foto: M. Bunge 2003<\/p><\/div>\n<p>Die Turmuhr ist ein Werk, welches mit allen neuzeitlichen Errungenschaften der Technik und des Zeitmesswesens ausger\u00fcstet ist. Es ist in drei Hauptteile gegliedert: Gehwerk, Viertelstundenschlagwerk und Stundenschlagwerk. Das Gehwerk ist mit Pr\u00e4zisionssekundenpendel und Grahamgang ausgestattet. Von diesem Gehwerk wird nun durch eine entsprechende Hebelanordnung jeweils nach 15 Minuten das Viertelstundenschagwerk bet\u00e4tigt. Dieses ist mit Doppelschlag ausgestattet, indem 2 Schlagh\u00e4mmer kurz nacheinander erst auf einer Glocke mit h\u00f6herem und dann auf einer Glocke mit niedrigerem Tone anschlagen. Das Viertelstundenschlagwerk l\u00f6st nun wiederum nach dem letzten Viertelschlage das Stundenschlagwerk aus. Das ist in seiner ganzen R\u00e4der\u00fcbersetzung \u00e4hnlich wie die beiden anderen Werke aufgebaut. Nur f\u00e4llt diesem Werke noch eine besondere Aufgabe zu, und zwar das Ein- und Ausschalten des selbstt\u00e4tigen elektromotorischen Aufzuges. Der Handaufzug ist also hier durch die Maschine ersetzt, die in diesem Falle der Elektromotor von 1\/8 PS mit 220 Volt ist. Die Bet\u00e4tigung des Aufzuges erfolgt jedesmal nach 6 Stunden, um 3, 9, 15 und 21 Uhr, jeweils wenn der letzte Stundenschlag beendet ist. Durch eine Schneckenwelle, die in drei Schneckenr\u00e4der der einzelnen Werke eingreift und die durch ein Zahnrad mit dem Elektromotor verbunden ist, wird mit Hilfe eines luftleeren Quecksilberkippschalters bei Aufzug der Gewichte eingeschaltet. Nachdem die Gewichte eine gewisse H\u00f6he erreicht haben, wird der Motor wieder automatisch ausgeschaltet. Sollte in dem Moment, in dem der Motor in T\u00e4tigkeit zu treten hat, eine Stromst\u00f6rung eintreten, so ist f\u00fcr diesen Fall noch eine Gangreserve vorgesehen. Ist eine St\u00f6rung von l\u00e4ngerer Dauer eingetreten, so ist f\u00fcr diesen Fall eine Bet\u00e4tigung des Aufzuges von Hand m\u00f6glich. Interessant ist bei dieser Einrichtung, wie der Konstrukteur die ungleichen Fallh\u00f6hen in den gleichen Zeitintervallen ausgeglichen hat.<\/p>\n<p>Das Gehwerk wird au\u00dfer der Funktion der Zeitangabe, die durch 2 Zifferbl\u00e4tter mit echter Vergoldung erfolgt, noch eine weitere Aufgabe haben. Diese besteht darin, da\u00df das Glockenspiel eingeschaltet wird. S\u00e4mtliche R\u00e4der des Werkes sind auf den modernsten Maschinen auf das pr\u00e4ziseste gefr\u00e4st und haben mathematisch genaue Zahneinteilung. Die\u00a0 \u2026liche Wellen und Triebe sind aus bestem Gu\u00dfstahl gedreht und nach denselben Grunds\u00e4tzen wie die R\u00e4der gefr\u00e4st. Die Z\u00e4hne der Triebe sind au\u00dferdem noch poliert, um einen m\u00f6glichst leichten Gang zu erzielen. Das ganze Werk ist in einem gu\u00dfeisernen Gestell aufgebaut und auf einen eisernen Uhrstuhl montiert.<\/p>\n<div id=\"attachment_80\" style=\"width: 376px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img aria-describedby=\"caption-attachment-80\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-80 size-full\" src=\"http:\/\/nienburger-projekte.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Die-Walze-des-Glockenspielwerks.jpg\" width=\"366\" height=\"289\" srcset=\"http:\/\/nienburger-projekte.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Die-Walze-des-Glockenspielwerks.jpg 366w, http:\/\/nienburger-projekte.de\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/Die-Walze-des-Glockenspielwerks-300x237.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><p id=\"caption-attachment-80\" class=\"wp-caption-text\">2003<\/p><\/div>\n<p>Das Glockenspielwerk nun selbst besteht in der Hauptsache aus einer Walze, \u00e4hnlich wie bei den Schweizer Musikwerken. Hier allerdings in bedeutend vergr\u00f6\u00dfertem Ma\u00dfe mit ca. 60 cm Durchmesser und ca. 1 m L\u00e4nge. In dieser Walze sind nun entsprechend den Notens\u00e4tzen die Stahlstifte eingesetzt, welche die einzelnen Glockenh\u00e4mmer bet\u00e4tigen. Die Melodien, die mit Hilfe der Walze bis jetzt gespielt werden k\u00f6nnen, sind: Sei Lob und Ehr\u2018 . . . Gro\u00dfer Gott, wir loben dich . . . Lobe den Herren . . .\u00a0 Ich bete an die Macht der Liebe . . .\u00a0 Abend wird es wieder &#8230;\u00a0 Was frag\u2018 ich fiel nach Geld und Gut . . . Ich hab\u2018 mich ergeben . . .\u00a0 Goldne Abendsonne . . .<\/p>\n<p>Das Werk ist so eingestellt, da\u00df jeweils mittags ein Choral und abends ein Volkslied ert\u00f6nt. F\u00fcr die Einweihung selbst sind, auf besonderen Geburtstagswunsch des Stifters die Melodien: Lobe den Herren . . .\u00a0 und Ich bete an die Macht der Liebe . . . vorgesehen.<\/p>\n<p>Diese Einrichtungen sind die Seele der ganzen Anlage, die allerdings dem Beobachter von au\u00dfen nicht sichtbar sind. Von au\u00dfen sind lediglich die Zifferbl\u00e4tter und die Glocken im oberen Teil des Turmes zu sehen. Es sind hier 13 Glocken zur Verw\u00e4ndung gekommen, die ein gesamtes Gewicht von 450 kg haben. Die gr\u00f6\u00dfte Glocke wiegt etwas \u00fcber 2 Zentner. Durch entsprechende Transmissionen sind nun die H\u00e4mmer der einzelnen Glocken mit dem Glockenspiel verbunden. Die gr\u00f6\u00dfte Glocke tr\u00e4gt zur Ehrung des hochherzigen Spenders den au\u00dferordentlich sinnvollen Spruch:<\/p>\n<p><strong>\u201eLiebe zur Vaterstadt gab uns den Klang.\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Der Turmbau wurde von der Firma Hermann Fischer in Nienburg ausgef\u00fchrt. Er ist nach den Pl\u00e4nen der Bauverwaltung Bernburg gebaut und pa\u00dft sich der ganzen Architektur des Geb\u00e4udes derart an, da\u00df man unwillk\u00fcrlich das Gef\u00fchl hat, da\u00df das Geb\u00e4ude ohne diesen Turm unvollst\u00e4ndig w\u00e4re. Das Geb\u00e4ude steht unter Denkmalschutz, und es ist besonders Herrn Reg.- und Baurat Wendler zu danken, da\u00df diese L\u00f6sung erm\u00f6glicht wurde. Die Anh. Regierung stimmte auf Grund des Entwurfes der Erbauung des Turmes sofort zu. Besonderes Verdienst um die Aufstellung des ganzen Werkes hat sich Herr B\u00fcrgermeister Schulz durch sein eifriges Bem\u00fchen erworben.<\/p>\n<p>Die Glocken sind in der St\u00f6rmerschen Gie\u00dferei in Erfurt hergestellt und durch den dortigen Domorganisten und Herrn Lehrer Niemann-Nienburg, als Sachberater des B\u00fcrgermeisters abgestimmt. Die Anlage des Glockenspiels und der Turmuhr ist in unserer altbekannten Anh. Turmuhrenfabrik von J. J. Fuchs und Sohn-Bernburg von Grund auf konstruiert und gebaut. Es f\u00fcgt sich als eine ganz bemerkenswerte Leistung unseres heimatlichen Kunsthandwerkes in die Reihe anderer hervorragender Werke dieses Meisters ein, und kann den Ruf der bald 100 j\u00e4hrigen Firma nur noch weiter verbreiten. <strong><em>Es ist eine gro\u00dfe Sehensw\u00fcrdigkeit, da in ganz Mitteldeutschland kein \u00e4hnliches Glockenspiel besteht<\/em><\/strong>, und es d\u00fcrfte Nienburg aus diesem Grunde in n\u00e4chster Zeit das Ziel manches Fremden werden, soda\u00df der Name des Stifters und des Erbauers wohl noch lange Jahre genannt werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus der Nienburger Zeitung vom Dienstag, dem 03. Juli 1928 Die Glockenspielanlage besteht aus 2 Hauptteilen, aus dem Turmuhrwerk und dem Glockenspiel selbst. Dieses wird von der Turmuhr mittags 12 Uhr und abends 18 Uhr ausgel\u00f6st. Die Turmuhr ist ein Werk, welches mit allen neuzeitlichen Errungenschaften der Technik und des Zeitmesswesens ausger\u00fcstet ist. 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